O Welt, Welt…

  • Ev.-Luth. Stadtkirche St. Peter-Paul Sebnitz Germany

Himmlische und irdische Liebe im deutschen Lied des Mittelalters

Oswald von Wolkenstein, Der wilde Alexander, Wizlaw III. von Rügen u.a.

Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria, lieblich ausgedrückt, doch keins von allen kann dich schildern, wie meine Seele dich erblickt.

Novalis

Unvereinbar erscheint in der Lyrik der deutschen Romantik die himmlische, die Seelenliebe mit der sinnlichen irdischen Liebe – unüberwindbar ist den Dichtern der Neuzeit dieser Konflikt.

Auf andere Weise behandeln mittelalterliche Dichtung und Musik die offensichtlichen Gegensätze göttlich – unerreichbar – real, wobei die Verbindung der ersten beiden Betrachtungsweisen für den Dichter-Komponisten eine Herausforderung seiner Kunstfertigkeit bedeutet: Die Tugenden der fernen, verehrten Dame werden im Vergleich mit der Jungfrau Maria idealisiert und gesteigert, die weltliche Liebe wird mit der religiösen auf einer neuen und gedanklich höheren Ebene zusammengeführt.

Ausdrucksstark und musikalisch überraschend gelingt es La Mouvance, die Lieder der Minnesänger lebendig zu interpretieren und zu zeigen, daß sich die Kraft verliebter Gefühle bis heute nicht geändert hat.

Ensemble La Mouvance